Mehrwertssteuersenkung

In den letzten Tagen haben sich zahlreiche Kunden bezüglich der überraschenden Reduzierung der Mehrwertsteuersätze für den Zeitraum 01. Juli 2020 und 31. Dezember 2020 bei uns gemeldet. Derzeit liegen uns keine verbindlichen Informationen zur tatsächlichen Umsetzung dieser Maßnahme insbesondere für Ingenieurdienstleistungen und Werkverträgen vor. Verschiedene Berufsverbände wie auch der BVBS – Bundesverband Bausoftware e.V. – weisen auf die Schwierigkeiten der Umsetzung hin. Begrüßenswert wäre eine Durchführungsverordnung der Finanzverwaltung, welche Klarheit bei dem Umgang gerade mit langfristigen Verträgen und Leistungen bringt oder diese sogar aus der Reduzierung ausschließt. Natürlich sind wir in einem intensiven Dialog mit unseren Beratern, mit unseren Kunden und den Berufsverbänden, um mögliche Lösungen zu antizipieren.

Zur Information finden Sie eine umfassende Darstellung, aus welcher Handlungsempfehlungen – auch bezüglich Werkverträge und Bauleistungen – abgeleitet werden könnten, unter dem Link am Ende.

Hier einige Hinweise, welche wir mit unseren Arbeitskreisen und Kunden erörtert haben:

  • In wiko können sie eine Leistungsabgrenzung (Erfassen und Dokumentation der aktuellen Auftragssummen und Leistungsstände) zum Stichtag 30. Juni durchführen. Auch wenn keine Teilleistungen vereinbart wurden, kann eine solche Dokumentation bei Prüfung der Sachlage hilfreich sein
  • Sie können Ihre Abschlagsanforderungen für bisherige Ansprüche vor dem 30.06.2020 mit dem derzeit gültigen Mehrwertsteuersatz erstellen, um ihre Liquidität zu sichern
  • wiko unterstützt Projekte mit mehreren Aufträgen. So können Teilleistungen vereinbart und zu unterschiedlicher Mehrwertsteuer abgerechnet werden.

wiko wird für alle Kunden mit gültigem Wartungsvertrag noch im Juli ein Patch zur Verfügung stellen, welcher die Erstellung von Anzahlungen mit gegenüber dem Projektvertrag abweichendem Mehrwertssteuerschlüssel ermöglicht.

Zudem stellt wiko mit diesem Patch ein Standardformular für Schlussrechnungen zur Verfügung, welches die Umsatzsteuerkorrektur mit der Schlussrechnung ermöglicht.

Für die Anpassung Ihrer individuellen oder geänderten Rechnungsformulare setzten Sie sich bitte rechtzeitig mit unseren Consultants in Verbindung um Kapazitätsengpässe und lange Wartezeiten zu vermeiden!

Der für Juli angekündigte wiko Patch wird eine sehr kurzfristige Maßnahme sein, die außerhalb des üblich erforderlichen dreimonatigen Qualitätssicherungs- und Abnahmeprozess vorab zur Verfügung gestellt wird!

Für fehlerhaft berechnete Mehrwertsteuer besteht grundsätzlich eine nachträgliche Berichtigungsmöglichkeit. Damit kann ein wirtschaftlicher Schaden bei fehlerhafter Anwendung vermieden werden.

Wir müssen darauf hinweisen, dass wiko aus rechtlichen Gründen in keiner Weise rechtliche oder steuerrechtliche Auskünfte und Empfehlungen geben darf.

Schlussendlich müssen Sie mit ihrem Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer Ihre Situation und das Vorgehen in Ihren konkreten Fällen klären. Das wiko Team wird Sie natürlich gerne bei der Umsetzung dieser Vorgehensweise im wiko System unterstützen.

Wir hoffen, dass wir Ihnen mit diesen Informationen weiterhelfen konnten. Bitte haben Sie Verständnis, dass die noch vom Bundestag und Bundesrat zu bestätigenden Beschlüsse der Bundesregierung noch sehr jung und sehr kurzfristig sind und sich damit die Handlungsempfehlungen noch ändern oder erweitern können.

Das wiko Team ist bestrebt, Sie bei der Umsetzung der notwendigen Anpassungen bestmöglich zu unterstützen. Bei weitergehenden Fragen zögern Sie bitte nicht, auf Ihren Ansprechpartner bei wiko zuzugehen.