Planer bilden Arbeitsgruppe wegen geplanter Umsetzung des BFH-Urteils

BMF veröffentlicht Bundessteuerblatt // Planungsbüros sind entsetzt über Urteil, Auswirkung und Umsetzung // Planer machen mobil gegen BFH-Urteil // AHO soll beim BMF zur Tat schreiten // Planer rechnen mit Nachzahlungen in Millionenhöhe

München – Im Rahmen der BAU 2015 hatte die wiko Bausoftware in Kooperation mit dem PeP – Praxisinitiative erfolgreiches Planungsbüro e.V., 25 ausgewählte Kunden und Interessierte zum Business Talk mit dem Thema „Behandlung der Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen“ eingeladen. Es referierten Prof. Dr.-Ing. Clemens Schramm (PeP), Dipl. Betriebswirt Rainer Trendelenburg (wiko) sowie Markus Kunkel (Kunkel & Partner).

Markus Kunkel, der kfm. Leiter des Planungsbüro Kunkel & Partner, berichtete wie es überhaupt zu dem überraschenden Urteil gekommen war. Kunkel & Partner ermittelte in der Vergangenheit, entsprechend der bisherigen Rechtsauffassung, den Gewinn durch Betriebsvermögensvergleich nach § 4 Abs. 1 EStG. Da man davon ausging, dass eine Gewinnrealisierung noch nicht eingetreten war, passivierte man „erhaltene Anzahlungen“ als Verbindlichkeiten. Das Finanzamt hingegen sah diese im Zuge einer Betriebsprüfung, wegen bereits erbrachter Planungsleistungen des Ingenieurs, als eine Erhöhung des Gesamtgewinns. Hiergegen hatte Kunkel & Partner ursprünglich geklagt und war schlussendlich bis vor den BFH gezogen.

Für viele Büros, die bisher korrekt nach §253 HGB und unter Berücksichtigung des Werkvertragsrechtes nach §641 BGB bilanziert haben, bedeutet das Urteil ein erhebliches steuerliches Nachzahlungsrisiko – teilweise bis in Millionenhöhe.

Innerhalb der Gruppe ist man sich sicher, dass dies gerade für kleine Büros, auch durch vom Finanzamt dann geforderte nachträgliche Verzinsung für den Prüfungszeitraum, sogar das Aus bedeuten kann. Das Urteil hat diverse Fachfragen aufgeworfen, die der BFH in seiner Entscheidung vielleicht nicht bedacht hat. Die Umsetzung des Urteils, die im nächsten Bundessteuerblatt des BMF veröffentlicht wird, muss sicherlich nochmals überdacht und geklärt werden.

Nach ausführlichem gegenseitigem Austausch kamen die Teilnehmer zum Entschluss eine Arbeitsgruppe zu gründen und die Ergebnisse beim AHO vorzulegen. Zielsetzung: Der Verband soll beim BMF das Anliegen der Planer vortragen.

Zur Kontaktperson der Arbeitsgruppe wurde Rainer Trendelenburg (bufin@wiko.de), Geschäftsführer von wiko Bausoftware berufen.

Die Arbeitsgruppe ist für engagierte Mitarbeiter betroffener Planungsbüros offen. Gerne können sich diese bei einem der Kontaktpersonen melden und sich in der geschlossenen XING-Gruppe eintragen. Weitere Informationen zum Thema und XING-Gruppe finden Interessierte unter www.wiko.de/bfh-ag2015

wiko Bausoftware GmbH
wiko wurde 1985 als Beratendes Unternehmen für Architektur und Ingenieurbüros gegründet. Im Mittelpunkt standen Beratungsleistungen für Management, Organisation und Controlling im Planungsbüro. Zudem wurde wiko mit der Revision größerer Bauvorhaben betreut. Parallel entwickelte wiko Softwarelösungen zur Steuerung von Planungsbüros.

In den vergangenen 30 Jahren hat sich wiko als fester Bestandteil der Projektmanagementlandschaft etabliert und gilt heute als der führende Projektcontrolling Experte.

Auch deshalb vertrauen über 650 mittlere und große Büros, Ingenieurgesellschaften und öffentliche Bauverwaltungen uns und setzen wiko an über 35.000 Arbeitsplätzen ein.

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