Internationalisierung ist Chance und Herausforderung

Internationalisierung ist Chance und Herausforderung

Kürzlich erzählte mir ein chinesischer Ingenieur von einer deutschen Firma, die die erste eiserne Eisenbahnbrücke in China baute. Nach 100 Jahren sandte diese deutsche Firma kürzlich einen Brief an die zuständige Behörde und wies darauf hin, dass die Brücke – nachdem Sie jetzt 100 Jahre alt ist – einer Wartung bedürfe und man die damals verbauten Schrauben wohl austauschen sollte. Dieser Brief erlangte eine landesweite mediale Beachtung, denn sein Inhalt steht nach Einschätzung der chinesischen Behörden für herausragende Qualität und nachhaltige Wertigkeit, die sie sich als leuchtendes Beispiel auch für ihre chinesischen Ingenieure wünschen.

Weltweit steht auch heute noch der Mythos der „deutschen Ingenieurskunst“ für ein Qualitätsversprechen, das mit solider Baukunst, hoher Wertigkeit und innovativen Ideen assoziiert wird. Selbst die „never ending story“ Berliner Hauptstadtflughafen kann – Gott sei Dank – diesem sehr positiven Image bisher wenig schaden. Deshalb verwundert es nicht, dass deutsche Ingenieure auf den prosperierenden, ausländischen Märkten gefragte Anbieter sind.

Viele deutsche Ingenieurgesellschaften haben die sich bietenden Chancen ergriffen und sind zwischenzeitlich „Global player“ auf vielen Baustellen weltweit – mit steigender Tendenz. Während 2014 der Anteil von deutschen Planerleistungen weltweit bei ca. 5 % lag, hat er sich zwischenzeitlich mit mehr als 15 % mehr als verdreifacht. Und die meisten bleiben nicht nur für ein Projekt, sondern gründen beispielsweise Auslandstöchter, Vertriebspartnerschaften oder gehen Joint Ventures ein.

„Follow your customer“-Strategie
Während für einige Ingenieurgesellschaften die Auslandsexpansion einer geplanten, strategischen Ausrichtung des Unternehmens folgt, ergeben sich die meisten Auslandsengagements aus den Anforderungen von Kunden, die international tätig sind und die auch für ihre Auslandsprojekte auf die bewährten Partner aus Deutschland vertrauen. Die Ingenieurbüros folgen der Globalisierungsstrategie ihrer Kunden.

Für solche Unternehmen stellt sich schnell die Frage, wie man diese Auslandsengagements organisatorisch in das bestehende Unternehmen integriert: Einerseits sind länderspezifische Eigenheiten zu berücksichtigen, die sich beispielsweise aus anderslautenden, gesetzlichen Regelungen ergeben. Andererseits möchte man wissen, wo die Risiken liegen, wie man diese frühzeitig erkennt und im besten Fall vermeidet und – last but not least – wie erfolgreich man im fremden Land agiert.

Um alle diese Aspekte ideal zu beleuchten, bedarf es einer durchgängigen Projektmanagement und –controlling-Software, die so flexibel ist, dass sie die Organisationsstrukturen der deutschen Gesellschaft und zusätzlich die Besonderheiten der Auslandsengagements abbildet.

Diese berechtigten Forderungen, sind Herausforderungen, die nicht jede gängige Software erfüllt, was sich unter anderem in der sehr geringen Anzahl der Anbieter widerspiegelt.

Neben technischen Voraussetzungen sind funktionale Aspekte maßgebend. Einige signifikante Bereiche sollen hier dargestellt werden.

Flexible Projektstrukturen
Das wichtigste „Must-have“-Kriterium ist die Möglichkeit flexibler Projektstrukturen. Während in Deutschland der Aufbau zwar nicht aller, aber vieler Projekte der HOAI-Struktur folgt, benötigt man im Ausland ganz andere Projektgliederungen. Je nach Land gelten unterschiedlichen Anforderungen: von komplexen, mehrstufigen bis zu ganz flachen Projekthierarchien ist alles möglich. Diese Anforderungen können nur wenige Softwarelösungen erfüllen.

Mehrsprachigkeit und Mehrwährungsfähigkeit
Weiteres „Muss-Kriterium“ ist die Mehrsprachigkeit. Ohne englische Version der Software ist der internationale Einsatz nicht vorstellbar. Mehr Usability bieten Softwareoberflächen und Eingabemasken in der jeweiligen Landessprache, die die Benutzerakzeptanz erhöhen, die Schulung und die Einarbeitung erleichtern. Technisch betrachtet hängt die Erfüllung dieses Kriteriums von den möglichen Zeichensätzen ab, die die Software verarbeiten kann.

Davon losgelöst ist die Eingabesprache festzulegen: Die Eingabe von nummerischen Werten ist problemlos, da weltweit gleich. Anders verhält es sich bei alphanummerischen Werten. Hier muss eine durchdachte Lösung entwickelt werden, die einerseits das Handling in den Auslandsgesellschaften erleichtert, andererseits den Bedarf der deutschen Gesellschaft deckt. Da kann es keine Standardlösungen geben – zu unterschiedlich sind die Anforderungen! Bewährt haben sich Mischformen, die – je nach Ingenieurgesellschaft – sehr unterschiedlich sein können, aber genau den individuellen Bedarf abbilden.

Ein durchgängiges, aggregierendes Reporting bis zur deutschen Gesellschaft muss unter diesem Aspekt ebenfalls frühzeitig evaluiert werden.

Ebenfalls „Muss-Kriterium“ ist die Mehrwährungsfähigkeit: Projekte im Ausland werden vorwiegend in der Landeswährung oder in $-Dollar gerechnet. Eine durchgängige Software-Lösung muss deshalb sowohl mehrere Projekt- als auch mindestens eine Leitwährung abbilden können. Sowohl feste Währungskurse als auch  Wechselkurse sind Pflicht, um sowohl ein von Wechselkursschwankungen freies Projektcontrolling als auch ein „Hedging“ zu ermöglichen. Die Bedeutung des Hedgings nimmt bei den zurzeit vorzufindenden stark volatilen Devisenmärkten zu. Damit lassen sich die erheblichen Risiken der Währungsschwankungen, die die eigenen Margen bedrohen, abfedern.

Mehrere Kalender und flexible Arbeitszeitmodelle
Da man in China, im Nahen Osten oder in Südamerika andere arbeitsfreie Feiertage als in Deutschland vorfindet, bedarf es einer Abbildung dieser Unterschiede durch eine unbegrenzte Anzahl von Kalendern, die bedarfsgesteuert herangezogen werden. Sie bilden auch die Basis für länderspezifische Arbeitszeitmodelle, die sehr von den deutschen Standards abweichen können.

Nötig sind deshalb auch hier flexible Modelle, die bis auf Tagesebene Individualisierungen erlauben.

Reporting über verschiedene Zeitzonen hinweg
Ein wesentlicher Aspekt für ein funktionierendes Reporting über Länder, Zeitzonen und Datumsgrenzen hinweg, ist die Festlegung der relevanten Zeiten.

Anders als in Deutschland beginnt beispielsweise die Woche in  vielen Ländern bereits an Sonntagen. Auswertungen oder Einstellungen auf Wochenbasis bedürfen aber eines gemeinsamen Standards, um aussagekräftige Reports zu generieren. Hier gilt es, diese Standards zu definieren.

Aus dem gleichen Grund, müssen Arbeitszeitmodelle, die den Sonntag als Wochenstart definieren, andere Parameter nutzen.

Berücksichtigt man dies nicht, können Anomalien auftreten, die zwar mit erheblichem Mehraufwand beherrschbar, aber herausfordernd sind.

wiko International
In vielen Ländern der Welt wird bereits mit wiko geplant und gebaut. Nicht nur in Deutschland, sondern in vielen Ländern und – außer in Australien – auf allen Kontinenten der Welt ist wiko die bevorzugte Projektmanagement und –controlling-Software für Ingenieure und Architekten.

Da auch wiko  – wie viele seiner Kunden – der „follow your customer“-Strategie folgt, ergibt sich fast zwangsläufig die Internationalisierung:

  • Die wiko Anwender, die die wiko Software in Deutschland kennen und schätzen gelernt haben, suchen sich immer wieder neue Märkte und Potentiale im Ausland. Prosperierende Märkte in Südostasien, im Nahen Osten oder Südamerika trafen auf eine dynamische, mutige und veränderungswillige Unternehmenskultur in den deutschen Planungsbüros, die die Chancen erkannten und das Glück beim Schopf packten. Neue Märkte mit enormen Potentialen, die erobert werden wollen, zeichnen sich bereits ab. Da liegt es nahe, dass sie ihre bewährte wiko Software-Lösung auch in ihren Auslandsvertretungen nutzen wollen.
  • Andererseits beflügelt die systemimmanente wiko Flexibilität die Internationalisierung. Die wiko Strukturen erlauben eine effiziente Lokalisierung auf die Bedürfnisse der neuen ausländischen Märkte.
  • Die inzwischen große Erfahrung in allen Bereichen der internationalen Implementierung und die vorhandenen Lösungsstrategien für die besonderen Herausforderungen hieraus, machen aus wiko die bevorzugte Softwarelösung für international arbeitende Ingenieurgesellschaften.

Heute wird wiko in vielen Ländern wie beispielsweise Frankreich, Spanien, Türkei, Abu Dhabi, Bahrain, Brasilien, Mexiko, USA, Nigeria, Azerbaijan, Malaysia, Hong Kong oder China verwendet.

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