Aus Freiburg in die Welt

Seit vielen Jahren nutzt die Obermeyer-Gruppe erfolgreich wiko für ihr Projektmanagement und -controlling. Anfang 2017 wurde nun auch die chinesische Tochter „Obermeyer Engineering Consulting (OEC)“ mit wiko ausgestattet. Nach der erfolgreichen Einführung nutzt heute die OEC in vielen Bereichen wiko. Bereits in den frühen 90er-Jahren startete Obermeyer sein Engagement in China.

Damals waren sie eine der ersten deutschen Unternehmen, die sich in China engagierten und niederließen. Die klare Vision, die auch heute noch Bestand hat – den starken Innovationsgrad, die hohe Qualität und die Berücksichtigung der lokalen Bedürfnisse zu verbinden –, hat sich als Erfolgsrezept erwiesen. Heute ist die OEC – als 100%ige Tochter der Obermeyer Holding GmbH – inzwischen an drei Standorten in China bestens vertreten. Mit insgesamt circa 100 Mitarbeitern und drei Niederlassungen in den chinesischen Hotspots Peking, Shanghai und Shenyang bearbeitet die OEC erfolgreich den immer noch ständig wachsenden chinesischen Markt. Die OEC ist für die Obermeyer Gruppe der Garant für die weitere erfolgreiche Präsenz auf diesem Schlüsselmarkt (Abb. 1). Neben einer „Follow-your-Customer“- Strategie, bei der Obermeyer die Expansionen deutscher Unternehmen in China mit seinen Ingenieurdienstleistungen nach deutschem Standard begleitet, geht man auch offensiv mit einem beständigen hochqualifizierten chinesisch-deutschen Ingenieurteam den inzwischen zu einem High-Tech-Level gewandelten chinesischen Markt an. Um aber tatsächlich die Verbindung von „deutscher Ingenieurskunst“ und örtlichem Bedarf in Übereinstimmung zu bringen, bedarf es neben einem starken, innovativen und motivierten Team auch der Möglichkeit, landes- und gesellschaftsgeprägte Vorstellungen zu berücksichtigen und einzubringen.

Abb. 2: Das „wiko-Dashboard“ ist die Schaltzentrale auch für internationale Projekte. Durch dieses hat man alle Projekte über Landesgrenzen, Sprachen und Währungen hinweg im Blick.

Das „wiko-Dashboard“ ist die Schaltzentrale auch für internationale Projekte. Durch dieses hat man alle Projekte über Landesgrenzen, Sprachen und Währungen hinweg im Blick.

wiko-Standard
Um der OEC einerseits die Freiheiten zu lassen, die nötig sind, um die lokalen Besonderheiten in die Arbeit einfließen zu lassen, andererseits aber die OEC trotzdem in die Obermeyer-Strukturen einzubinden, entschied das Management Mitte 2016, die in der Münchner Zentrale genutzte wiko-Softwarelösung auch auf die OEC auszuweiten (Abb. 2). Gemeinsam mit dem wiko-Consulting wurde eine Umsetzungsstrategie entwickelt und konsequent verfolgt. Mit dem Ziel „Going-Live“ zum 01.01.2017 wurde ein ambitionierter Termin vorgegeben, der alle Beteiligte einerseits herausforderte, andererseits aber auch für eine gewisse Fokussierung auf wesentliche Aspekte erforderte. So entschied man beispielsweise sehr früh, den wiko-Standard so weit wie möglich einzuhalten. Gerade für die OEC wollte man auf die geliebten „roten Schleifen“ – wie Sonder- oder Anpassungswünsche oft genannt werden – verzichten. Stattdessen wollte man es mit dem wiko-Standard versuchen. Da die neue wiko-Version vollständig browserbasiert betrieben wird, fielen die Performanceprobleme, die Client-Server-Versionen mit sich bringen, weg. wiko kann auch in China – wie überall auf der Welt – performant und anwenderfreundlich betrieben werden (Abb. 3 und 4). Die Mehrsprachigkeit und die Mehrwährungsfähigkeit sind wiko-Standardfunktionen, die ohne Veränderungen eingesetzt wurden. Für das Controlling wurde konzernweit Englisch als Sprache gewählt.

Abb. 3: Die 100%ige OBERMEYER-Tochter OEC managet das Bauprojekt BMW Distribution Center in Shenyan. (Bildquelle: OBERMEYER Planen + Beraten)

BMW Distribution Center in Shenyan

Chinesische Arbeitszeitmodelle problemlos integrierbar
Da der wiko-Standard völlig flexible Projektstrukturen erlaubt, konnten ohne größere Schwierigkeiten alle chinesischen Projekte abgebildet werden. Alle Informationen und Dokumentationen erfolgen projektbezogen in englischer Sprache. Die wiko-Logik bei den Mitarbeiter-Stammdaten erlaubte die Abbildung der chinesischen Arbeitszeitmodelle und Kalender, die stark von den deutschen abweichen. Für jeden Mitarbeiter wurde sein passendes Arbeitszeitmodell integriert. Das digitale Urlaubsantrag- und –genehmigungsverfahren für alle Mitarbeiter ist auf dem Weg der Implementierung. Für Inkompatibilitäten aufgrund verschiedener Zeitzonen wurden Lösungen erarbeitet und realisiert. Um eine hohe Performance zu gewährleisten, entschied man sich bei der OEC zu einer im Land installierten Datenbank in der OECZentrale in Peking.

Abb. 4: Das weltgrößte Trainingszentrum von Porsche steht in Shanghai Waigaoqiao mit 8.600 m². (Bildquelle: OBERMEYER Planen + Beraten)

Porsche Waigaoqiao Training-Center

Schulung der Mitarbeiter aus China
Nachdem die technische Lösung ausgearbeitet war, ging es an die Schulung der Mitarbeiter. Bei der OEC wurden die Key-User benannt und zu einer ersten Schulung nach München eingeladen. Drei Tage lang wurden sie hier intensiv geschult. Die speziell für sie verfassten Schulungsunterlagen in englischer Sprache unterstützten die OEC bei der Einführung von wiko in ihren Standorten. Um die Erreichung der vereinbarten Ziele zu garantieren, siedelte man bei wiko das Projektmanagement direkt bei der Geschäftsleitung an. Klare Zuständigkeiten und weitreichende Entscheidungskompetenzen erlaubten sehr schnelles Nachsteuern bei neu auftretenden Herausforderungen. Ohne lange Entscheidungswege konnten umgehend alle Schritte gegangen werden, die notwendig waren. Ein enges Projektmanagement mit einem Projektteam aus Spezialisten bei der Obermeyer Planen + Beraten in München garantierte auch von dieser Seite einen reibungslosen Ablauf. Obwohl das gemeinsame Zeitfenster aufgrund der Zeitverschiebung zwischen Deutschland und China relativ klein ist, wurden im engen Kontakt mit den Key-Usern in China alle Tasks mittels moderner Kommunikationsmittel wie beispielsweise Telekonferenzen besprochen, bewertet und umgesetzt. Das Projektteam aus München wurde in alle Prozesse einbezogen und war jederzeit über alle Schritte informiert. Nachdem die Mitarbeiter der OEC die ersten Schritte in wiko bewältigt haben, alle Grunddaten und System-Settings von wiko hier in Deutschland geprüft wurden, schulte ein wiko-Mitarbeiter die Anwender ein weiteres Mal 2017 sehr intensiv in Peking. Heute arbeiten alle Mitarbeiter der OEC an allen vier Standorten mit wiko. Sie haben sich für die englischsprachige Oberfläche entschieden, und damit gegen die chinesische Version, die wiko ebenfalls anbietet. Neben der Zeiterfassung, nutzt die OEC alle Funktionen des wiko-Projektmanagements und -controllings. Sie planen ihre Leistungsstände, ihren Mitarbeitereinsatz und zukünftig auch ihre Liquidität mit wiko.

Chinas Zukunftsperspektive
Die Prognosen über die Entwicklungen des chinesischen Markts für Ingenieurdienstleistungen und die formulierten Ziele der chinesischen Regierung, wie beispielsweise den Ausbau des Großraum Pekings zur Megametropol-Region Jingjinji mit 130 Millionen Einwohnern, lassen die kühnsten Träume der Planer- und Baubranche entstehen: Verkehrs- und Transportwege, Bahnstrecken und Bahnhöfe, Kommunikations- und Energiegewinnung, Gewerbe- und natürlich auch Wohnbauten – es werden Megaprojekte sein! Und wenn es in China weiter wie bisher läuft, werden diese Megaprojekte in atemraubendem Tempo auch tatsächlich realisiert. Die OEC ist hervorragend darauf vorbereitet. Neben der OEC nutzen auch weitere deutsche Ingenieurgesellschaften wiko in ihren Auslandstöchtern in China. wiko erwartet – wie viele Marktteilnehmer – die stark wachsende Bedeutung des chinesischen Markts für deutsche Ingenieurdienstleister und fokussiert die speziellen Anforderungen dieses Marktes. Doch nicht nur in China, sondern inzwischen auf fast allen Kontinenten weltweit arbeiten Ingenieure mit wiko.

Unternehmen: OBERMEYER-Tochter OEC
Autor: Tina Mattern-Brucker
Medium: Bauplaner